Kurz, kompakt, explosiv
Seit Alters her geht es beim Transport von Menschen und Waren immer wieder darum, wie man diesen noch ein bisschen effizienter, sicherer komfortabler und somit insgesamt leistungsfähiger machen kann.
Ein gutes Beispiel dafür sind die neuen Kesselwagen verschiedener Gesellschaften, welche seit einigen Jahren auf dem Markt sind: Bei den Drehgestellen konnte konstruktiv einiges verändert werden, so dass beispielsweise sogenannte Kompaktbremsen mit Bremssohlen aus Verbundstoffen zum Einsatz kommen. Dadurch sind nur noch an den Radlaufflächen zur Drehgestellmitte hin Bremssohlen installiert, an den Außenseiten konnte darauf verzichtet werden. Hierdurch konnte Einiges an Nettogewicht des Wagens eingespart werden, wodurch die mögliche Zuladung stieg.
Gleichzeitig wurde das Einsatzfeld der Waggons besser und klarer abgegrenzt, in dem man die zu transportierenden Gutarten bereits bei der Beschaffung und Konstruktion definierte. Mit anderen Worten: Während Kesselwagen früher - selbstverständlich nach einer vorher erfolgten Reinigung - durchaus unterschiedliche Flüssigkeiten transportieren konnten werden sie heute vorrangig in einem wiederkehrenden Verkehr eingesetzt, sprich immer das selbe Ladegut transportiert.
Bei dem oben abgebildeten Wagen ist dies beispielsweise vorrangig Benzin (erkennbar an der Gefahrguttafel mit dem Stoffcode 1203): Da ein Liter des Kraftstoffes nur etwa 740 Gramm wiegt lassen sich bei einem Volumen des Tankes von 87.224 Litern etwas über 64,5 Tonnen einfüllen. Der Wagen erreicht bei einem Eigengewicht von 21,22 Tonnen somit ein Gesamtgewicht von knapp 86 Tonnen und ist somit auf nahezu allen europäischen Eisenbahnhauptstrecken transportabel.
Durch die klare Abgrenzung des Aufgabenprofils wurde der Wagen entsprechend konstruiert und weißt mit nur etwas über 15 Metern eine überschaubare Länge auf. Dadurch nimmt er, zusammen mit weiteren Waggons, weniger Platz in einem Gleisanschluss in Anspruch. Zudem lassen sich problemlos zwei leere Garnituren (im beladenen Zustand maximal 23 bis 24 Wagen) zu einer "langen" Leine koppeln: Mit einer etwa 20 Meter langen Lok sind die auf zahlreichen deutschen Strecken möglichen 740 Meter Gesamtzuglänge bei 47 Wagen ausgereizt.
Last but not least noch ein paar Daten zum Wagenhalter: Dies ist die österreichische Niederlassung der General American Transportation Corporation (GATX), welche den Wagen mit der Nummer 37 84 7836 732-9 in den Niederlanden immatrikulieren ließ. Der Aufnahmeort dürfte unschwer zu erkennen sein, der Aufnahmestandort war der Führerstand der 152 029-5. ;-)
Aufnahmedatum: Donnerstag, 19. März 2020 - 17:07 Uhr
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Wenn man von "Güter gehören auf die Bahn" spricht, dann sind damit vorrangig Gefahrstoffe gemeint - denn diese reisen auf der Schiene besonders sicher...
makna 23/04/2020 8:04
Deine Information ist hier für mich besonders bzgl. der Zuglasten und Zuglängenvon großem Interesse - freilich auch das Basiswissen über den "Zans" !!!
Zu GATX habe ich hingegen schon einiges gewußt ... ;-)
... doch das Motiv an sich gefällt mir natürlich auch
wegen der Wasserturm-Kulisse besonders gut !
Die hier verlinkte Kerosinfuhre müßte - trotz anderer Farbgebung -
ebenfalls aus Zans-Wagen bestehen ... ;-)
... während es natürlich von GATX noch andere Bauarten gibt:
BG Manfred